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Montag, 26. April 2010

Ein italienisches Modemärchen


Es gab mal eine Zeit, da war Donatella Versace noch eine wunderschöne Frau und führte gemeinsam mit ihrem Bruder Gianni eines der erfolgreichsten Modeimperien der Welt: Versace. 1997 endete das italienische Modemärchen, Gianni Versace wurde vor seiner Villa in Miami Beach von einem Serienmörder erschossen. Donatella flüchtete sich darauf in die Kokainsucht und plastische Chirurgie, traf etliche wirtschaftliche Fehlentscheidungen - sie lehnte den "Stil der Prostituierten", der ihren Bruder stets inspiriert hatte, ab und engagierte statt Giannis geliebter Topmodels Mädchen, die dem gerade aufkeimenden "Heroin Chic" entsprachen - und richtete das Familienunternehmen somit mehr oder weniger zu Grunde. Erst seit rund fünf Jahren geht es wieder aufwärts mit Versace, allerdings liegt das nicht an Donatella, sondern an frischen Gesichtern in der Chefetage des Konzerns. Deborah Ball hat mit
"House of Versace: The Untold Story of Genius, Murder, and Survival" (Crown) ein ungeschöntes und spannendes Porträt über den Fashion-Clan geschrieben, vielleicht eines der besten Modebücher überhaupt.

Samstag, 10. April 2010

Rückenwind


"Wenige nur gibt es, die uns allein durch ihre Erscheinung verzaubern, die uns ganz und gar in ihren Bann ziehen. Wenn wir ihnen begegnen, trifft es uns ganz unvermittelt, ein Schlag, heftig, in die Magengrube, so mitten rein; der Puls überschlägt sich, das Herz setzt aus, die Ohren rauschen, eine taube Stille wie zwischen Blitz und Donner, man fühlt sich mickrig und erhaben zugleich. Dann geht ein Ruck durch den Körper, und du spürst, du weißt, das ist es." (Max Urlacher, "Rückenwind. Eine Liebesgeschichte")

Montag, 22. Dezember 2008

Longing with Leonard


Falls ihr noch nach dem perfekten Blitz-Geschenk für übermorgen sucht, hier ist es: "Ein großartiges Buch, sozusagen die Überwindung Leonard Cohens durch Leonard Cohen.: Die starken romantischen Bilder sind noch da, die Sehnsüchte, Nachtigallen und spirituellen Trips. Aber die Weisheit von früher, all jene Verheißungen und heiligen Botschaften werden gleichzeitig parodiert..."
(Süddeutsche Zeitung)

Dienstag, 5. August 2008

gone baby gone baby gone...


Kaum hat sich Heath Ledger ein halbes Jahr aus dieser Welt verabschiedet, da liegt auch schon ein Buch über ihn in den Läden. In "Heath Ledger - Die illustrierte Biographie" (Schwarzkopf & Schwarzkopf, 16,90€) lässt Autor Chris Robertson Leben und Karriere des Australiers Revue passieren. Ein wenig heuchlerisch erscheint es dabei schon, dass ein Schauspieler, der zu Lebzeiten nie gebührend Anerkennung fand posthum mit Lobhudeleien ("Der neue James Dean" etc.) überschüttet wird.

Ob er es nun mit Dean aufnehmen kann oder nicht - für uns bleibt Ledger Hollywoods letzter Rebell, der uns mit Filmen wie "Candy" oder "Brokeback Mountain" immer wieder ein Tränchen abringen wird. Zum Glück gibt es ihn ja noch in seiner letzten großen Rolle - und gleichzeitig seinem Geniestreich - als fieser Joker in "Batman - The Dark Knight" zu bewundern. Und im kommenden Februar heißt es dann vielleicht: "And the Oscar goes to..."

Foto: Newspix / Rex Features

Donnerstag, 27. März 2008

heiße beats & drogenbräute


"Eine literarische Liebeserklärung an die beste Musik aller Zeiten, von den Stones über Iron Butterfly bis Leonard Cohen": So wirbt der Verlag Blumenbar für "Beat Stories". Im Buch erinnern sich achtzig deutschsprachige Autoren an ihre Jugend in den 60ern und 70ern, die von Beat- und Rockmusik geprägt wurde.

"Während der folgenden acht Sekunden Stille, während denen es aus den Lautsprechern leise brutzelte, betrat der Stripper die Tanzfläche und nahm, während die ersten Takte von 'Angie' liefen, die schönste Tänzerin in den Arm – und schön waren sie alle, die Drogenbräute 1974, du lieber Himmel, schön und gefährlich und geheimnisvoll wie tropische Blumen, und alle sind sie jung gestorben (...) und der Stripper war ihr König. Er trug ein Holzbein, einen mächtigen Schnurrbart und hatte 'B-o-r-n-to-be-w-i-l-d' auf die zweitvordersten Glieder seiner zehn Finger tätowiert." (Auszug: Alex Capus, "Stones und Stripper")

Am 23. April lesen einige der Autoren im Literaturhaus Berlin. Mehr Städte & Termine nach dem Klick.